Bewerbungstraining


Das Bewerbungstraining findet in enger Kooperation mit der Mittelschule Kissing statt. Es ist gedacht für Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen.

An fünf Abenden lernen die Jugendlichen Vieles zum Thema Bewerbung. Die Themenauswahl reicht von Jugenarbeitsschutzgesetzen, Tests zum Allgemeinwissen, über Erstellen einer perfekten Bewerbungsmappe bis zum Üben des Bewerbungsgesprächs.

 

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Sich bewerben heißt für sich selbst Werbung machen

  

Rund 150 jungen Menschen hat Werner Schimm bereits mit seinen Kursen im Mehrgenerationenhaus zu einem guten Berufsstart verholfen.

Es ist eine kleine Erfolgsstory, die aus dem  Mehrgenerationenhaus Casa Cambio im Wittelsbacher Land erzählt werden kann. Seit fünf Jahren führt dort ein Neu-Kissinger in Kooperation mit der ortsansässigen Mittelschule ein Bewerbungstraining durch. Durch sein ehrenamtliches Engagement erhielten bereits  150 Schüler wertvolle Unterstützung beim Einstieg ins Berufsleben. Als Werner Schimm 2007 nach Kissing zog, meldete er sich bei Bürgermeister. „Ich habe ein bißchen Zeit, die ich in ein Ehrenamt investieren möchte. Was kann ich tun?“, fragte der damals frisch gebackene Pensionär. Manfred Wolf hörte von dessen jahrzehntelangen Erfahrung als Personalchef und zögerte nicht lange. Er bat Werner Schimm, mit den Mittelschülern vor Ort ein Bewerbungstraining durchzuführen.

Seit 2009 besteht nun die Kooperation mit dem MGH, in dessen Räumlichkeiten die fünf Nachmittage mit jeweils zwei Stunden veranstaltet werden. Werner Schimm ist auch selbst Vorstandsmitglied im Förderverein Casa Cambio. Die Nachfrage nach den Kursen ist inzwischen so groß, dass man überlegt, ob der ehemalige Personaler  im Mehrgenerationenhaus nicht auch Multiplikatoren ausbilden kann, die nach dem von ihm entwickelten bewährten Schema dann ihrerseits Jugendliche an eine erfolgreiche Bewerbung heranführen.

Das Angebot richtet sich an Schüler der achten, neunten und zehnten Klassen, die gegen eine geringe Gebühr das zehnstündige  Training absolvieren können. Die Kurse starten meist zu Beginn des neuen Jahres. Aufgrund der großen Nachfrage wurde dieses Mal schon im Dezember begonnen.  Inhalte des intensiven Trainings sind die Vorstellung verschiedener Berufsbilder, die Berufsfindung, das Schreiben von Lebenslauf und Bewerbungsanschreiben sowie das Erstellen einer Bewerbungsmappe und das Bewerbungsgespräch selbst.

In Rollenspielen üben die Schüler wie ein erstes Vorgespräch am  Telefon und später auch das eigentliche Bewerbungsgespräch vor Ort erfolgreich ablaufen kann.  Werner Schimm begegnet den Schülern auf Augenhöhe und nimmt sie ernst. Die Gruppen sind mit fünf Schülern bewusst klein gehalten, damit er auf jeden Schüler eingehen kann. „Sie sind alle motiviert und ich habe es noch nie erlebt, dass einer kam und keine Lust hatte mitzumachen“, so das große Lob des Trainers. „Sie wissen, worum es geht und sind dankbar für die Unterstützung“, hat der 74-Jährige das Gefühl. Am Anfang gehen sie allerdings recht blauäugig an die Sache ran, stellte er fest.

Wunschberufe sind nach wie vor Kfz-Mechatroniker, Einzelhandelskaufmann und bei den Mädchen vor allem auch Arzthelferin oder Kinderpflegerin. Manchmal versuche er, einen Jugendlichen „sehr leise“  in eine andere Berufsrichtung zu bringen, erzählt Werner Schimm. Vor allem dann, wenn der erfahrene Personalchef spürt, dass ein Junge oder ein Mädchen für den Wunschberuf ungeeignet ist. Im Verlauf der zehn Stunden kann er die Fähigkeiten der Jugendlichen sehr gut beurteilen. Auch lässt er sich immer das letzte Zeugnis zeigen. „Die persönliche Beurteilung ist mir dabei wichtiger als die Noten“, verrät er. Grundsätzlich solle aber jeder Jugendliche das Glück in seinem Traumberuf suchen.  Erstaunlicherweise spiele bei den 14- bis 17-Jährigen die Frage nach dem Verdienst kaum eine Rolle.  Beim ersten Treffen werden auch die Eltern der Teilnehmer mit einbezogen. 

Am letzten Nachmittag absolviert jeder ein einstündiges Bewerbungsgespräch in seinem Wunschberuf, bei dem Werner Schimm die Rolle des Personalchefs einnimmt. Um möglichst realitätsnah zu trainieren, arbeitet er sich zuvor in die Wunschbranche des Bewerbers ein. Es wird auch einiges an Allgemeinwissen abgefragt. Zum Abschluss gibt es dann ein Zertifikat. Werner Schimm weiß, dass er den Schülern mit seinem Engagement ein gutes Rüstzeug mitgeben kann. Es gab sogar schon Anfragen von Augsburger Schulen. „Die meisten meiner Schüler sind bei ihrer Bewerbung erfolgreich“, freut er sich. Immer mal wieder trifft der Wahlkissinger auf ehemalige Kursteilnehmer, die ihm dann von  ihrem Ausbildungsplatz erzählen. Auch das Feedback über die Lehrer in der Schule ist gut. „Überhaupt ist die Kooperation mit der Schulleitung  und  der Schulsozialpädagogin fantastisch“, lobt Schimm.  „Doch Lehrer sind vielfach Theoretiker und ich kann den Schülern auch viel von meiner jahrelangen Praxiserfahrung mitgeben“.

Wer sich vorstellen kann, bei Werner Schimm eine Schulung zu machen und sich unter dem Dach des MGH dann selbst als ehrenamtlicher  Bewerbungstrainer einzubringen, kann sich bei Brigitte Dunkenberger im Casa Cambio melden.

Brigitte Dunkenberger M.A.

> EJV Aichach-Friedberg

> Mehrgenerationenhaus "Casa Cambio"

> Nelkenstr. 18, 86438 Kissing

> Tel.: 08233/21 20 125

> Email: info@mgh-kissing.de

   

Sechs Bewerbungstipps vom Fachmann

-          Macht im Bewerbungsschreiben Werbung für eigene Qualitäten. Was sind eure Schlüsselqualifikationen?

-          Führt auch ehrenamtliche Tätigkeiten wie Übungsleiter im Sportverein oder Mitgliedschaft in der Feuerwehr auf

-          Achtet auf angemessene Kleidung und saubere Schuhe beim Bewerbungsgespräch. Ein angehender Kfz-Mechatroniker braucht nicht im Anzug zu erscheinen, ein Banker schon.

-          Dezente Schminke ist bei Mädchen angebracht,  zu viel Parfüm aber nicht

-          Wartet bis man euch die Hand gibt, haltet Blickkontakt mit dem Interviewer, kaut nicht an euren Fingernägeln  und antwortet immer wahrheitsgemäß

-          Bleibt auch nach der Bewerbung am Ball und hakt nach angemessener Wartezeit telefonisch nach